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Sana Commerce vs. commercetools: Was B2B-Entscheider wissen müssen

Sana Commerce vs. commercetools: Erfahren Sie, wie sich beide Plattformen bei ERP-Integration, Flexibilität, Implementierung und Kosten unterscheiden.
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sana vs commercetools

Die Kurze Antwort

commercetools ist eine technisch ausgereifte Composable-Commerce-Plattform für Unternehmen die komplexe Multichannel-Anforderungen haben und diese mit internen Entwicklungsteams oder erfahrenen externen Anbietern lösen. Sana Commerce wurde speziell für Hersteller und Großhändler entwickelt, die komplexe Produkte, Maschinen oder technische Komponenten vertreiben und SAP oder Microsoft Dynamics nutzen. Welche Plattform besser passt, entscheidet sich nicht am Budget. Es entscheidet sich an der technologischen Architektur sowie indiviudelle Unternhemensanforderungen.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind Sie mit dem Begriff „Composable Commerce" wahrscheinlich schon vertraut. Vielleicht aus einem Gartner-Report, einem Agentur-Pitch oder einem Webinar. commercetools ist in diesem Kontext kein Newcomer: Die Plattform hat die MACH-Architektur (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless) maßgeblich mitgeprägt. Im Gartner Critical Capabilities for Digital Commerce Report 2025 belegte das Tool Platz 1 für den Use Case "Composable Commerce".

Was ist Composable Commerce wirklich?

Composable Commerce ist kein Feature und keine Produktkategorie. Es ist ein Architekturansatz: Der gesamte Commerce-Stack wird in unabhängige,
austauschbare Dienste aufgeteilt: Suche, Warenkorb, Katalog, Preisfindung, Checkout oder Promotions. Jeder Dienst läuft separat und kommuniziert über APIs. commercetools ist hier eines der bekanntesten Umsetzungen dieses Modells.

Was das konkret bedeutet: commercetools liefert keine vorgefertigte Storefront, keine Standard-B2B-Nutzeroberfläche, kein Out-of-the-box-Kauferlebnis. Stattdessen bietet die Lösung eine Reihe von API-gesteuerten Commerce-Diensten, mit denen Entwicklungsteams flexibel ihre eigenes Kundenerlebnis und Geschäftsprozess gestalten können.

Die Kehrseite: Sie kaufen eine Architektur, kein fertiges Produkt. Zentrale Kundenerlebnisse, B2B-Workflows, Integrationen und operative Prozesse erfordern in der Regel mehr Aufwand bei Design und Implementierung als bei einer herkömmlichen All-in-One-Commerce-Plattform. Laut der MACH Alliance State of Composable Commerce Survey 2025 verwalten Unternehmen mit vollständigen flexiblen Stack im Schnitt 23 aktive API-Integrationen; jede mit einer Versionierung von Datenstrukturen, Fehlerbehandlung und SLA-Monitoring.

Für ein Großunternehmen mit einem dedizierten Engineering-Team und einer Digitalagentur im Dauereinsatz ist dieser zusätzliche Aufwand meist gut zu bewältigen. Für einen mittelständischen Hersteller oder Händler, dessen IT gleichzeitig ein SAP-System, eine mögliche S/4HANA-Migration und ein Lagerverwaltungssystem betreut, stellt sich die berechtigte Frage: Löst Composable Commerce mein eigentliches Problem, oder bringt es zusätzliche Komplexität mit sich?

Für wen eignet sich commercetools – und für wen nicht?

Das ist die wichtigste Frage dieses Vergleichs, und sie verdient eine direkte Antwort. Beide Plattformen haben klar definierte Stärken.

SANA COMMERCE EIGNET SICH FÜR:COMMERCETOOLSEIGNET SICH FÜR:
ERP-gestützte B2B-UnternehmenEntwicklungsstarke Enterprises
B2B-Hersteller,  mit SAP oder Microsoft DynamicsGroße Unternehmen mit internem Fullstack-Entwicklungsteam oder dauerhafter Agenturbeziehung
Unternehmen, mit kundenspezifischen Vertragspreisen, Bestandsgenauigkeit und Kundenstammdaten aus dem ERP stimmen müssenUnternehmen mit mehreren Marken oder Landesgesellschaften und individuellen Frontends je Vertriebskanal
IT-Teams ohne Kapazität, eine eigene Integrationsschicht dauerhaft zu betreibenUnternehmen, die B2B und B2C simultan aus einem Backend bedienen wollen
Unternehmen mit einem klar definierten Go-live-ZeitplannOrganisationen, bei denen Commerce-Architektur selbst ein Wettbewerbsvorteil ist
Organisationen, die eine einzige Datenquelle wollen: das ERPUnternehmen auf einer 3-Jahres-Roadmap Richtung agentischer KI und echtem Omnichannel

Die Implementierungsdauer von commercetools variiert je nach Projektumfang und Komplexität. Für einen vollständigen Launch werden häufig Projektlaufzeiten von 3 bis 12 Monaten genannt. Der tatsächliche Zeitrahmen hängt unter anderem von den individuellen Anforderungen, den erforderlichen Integrationen und den verfügbaren Ressourcen ab. Alles wird von Grund auf entwickelt und integriert. Für die richtige Unternehmen ist das eine bewusste Investition. Für ein mittelständisches B2B-Unternehmen mit einem laufenden Tagesgeschäft und einem klaren Go-live-Ziel kann dieser Zeitrahmen ein zentraler Faktor in der Entscheidung werden.

Was die Marktlage dazu sagt: Laut einer aktuellen Forrester Consulting Studie im Auftrag von Sana Commerce (2026) nennen 57 % der B2B-Unternehmen mangelnde Integration als zentrale Ursache für Kaufabbrüche, und 7 von 10 Unternehmen berichten, dass Käufer den digitalen Kanal genau dann verlassen, wenn die Kaufbereitschaft am höchsten ist. Nicht weil sie nicht online kaufen wollen. Sondern weil sie dem Prozess nicht vertrauen.
 

Neue Studie
von Sana & Forrester®

  • Erkenntnisse von 335 Entscheidern aus der Fertigungsindustrie in Europa und Nordamerika

  • Warum 7 von 10 B2B-Käufern bei wichtigen Kaufentscheidungen digitale Kanäle meiden
  • Wie Unternehmen digitale Prozesse verbessern und gleichzeitig Kundennähe schaffen
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ERP-Integration im Vergleich

Hier liegt der technisch entscheidende Unterschied. Für ein B2B-Unternehmen, das SAP oder Microsoft Dynamics betreibt und an Geschäftskunden mit individuellen Preiskonditionen verkauft, ist die Frage, wie der Webshop auf ERP-Daten zugreift, keine technische Nebenfrage. Sie bestimmt, ob Ihre Käufer dem digitalen Kanal vertrauen, oder ihn parallel zum Telefon nutzen.

Sana Commerce

ERP-native Architektur

commercetools

Sync-basiertes Integrationsmodell

  • Das ERP überträgt Produkt-, Preis- und Bestandsdaten über eine Integrationsschicht – beispielsweise SAP Cloud Integration, MuleSoft, Boomi oder eigene Cloud-Services – an Commercetools. Je nach Systemarchitektur erfolgen Aktualisierungen in Echtzeit, über geplante Synchronisierungen oder mithilfe hybrider Integrationsansätze.

Was das in der Praxis bedeutet: Wenn ein Käufer in einem commercetools-basierten Webshop seinen vertraglich vereinbarten Preis sieht, basiert dieser auf den Daten, die der Plattform zuletzt über die Integrationsschicht bereitgestellt wurden. Im Vergleich zum Integrationsmodell von Sana wird der Preis in dem Moment aus dem ERP abgerufen, wenn der Käufer die Seite lädt.

Für B2B-Transaktionen, bei denen Rahmenverträge, individuelle Konditionen und kundenspezifische Kataloge den Alltag bestimmen, ist die Datenaktualität nicht verhandelbar. Ein falsch angezeigter Preis ist nicht nur ein technisches Problem, er wird vielmehr ein Vertrauensproblem für den Kunden. Laut einer aktuellen Forrester Studie verlieren 58 % der B2B-Unternehmen Aufträge genau an dieser Stelle: weil Systeme nicht dieselbe Realität abbilden.

Was das Sync-Modell dauerhaft erfordert

Die Integration zwischen ERP und commercetools ist kein einmaliger Aufwand. Sie ist ein fortlaufender Betrieb: Jedes ERP-Update, jedes Plattform-Update, jede Änderung am Datenmodell kann einen Eingriff in die.

Integrationsschicht erfordern. Für Unternehmen, die eine S/4HANA-Migration planen oder sich bereits in einem ERP-Transformationsprojekt befinden, kommt damit eine weitere Komponente hinzu, die in die bestehende Systemlandschaft integriert und verwaltet werden muss. Laut der Forrester-Studie bestätigen 88 % der Unternehmen, dass der manuelle Aufwand mit zunehmender Komplexität steigt.

Sana Commerce ist zertifiziert für SAP ECC, SAP S/4HANA, SAP Business One sowie Microsoft Dynamics NAV, AX und D365. Die Zertifizierungen werden von Sana gepflegt. Wenn das ERP ein Update erhält, zieht der Webshop automatisch mit.

Implementierungsaufwand und Kosten

Ein reiner Vergleich der Lizenzkosten greift bei E‑Commerce‑Plattformen häufig zu kurz. Aussagekräftiger ist der Total Cost of Ownership (TCO), der neben den Lizenzkosten auch Implementierung, Integration, Betrieb, Wartung Weiterentwicklung über die gesamte Nutzungsdauer berücksichtigt.

Bei commercetools setzt sich der Gesamtaufwand typischerweise aus mehreren Komponenten eines composable bzw. headless Setups zusammen. Dazu gehören unter anderem die Plattformlizenz, die Entwicklung oder Auswahl eines separaten Frontends, Implementierungs- und Integrationsleistungen, die Anbindung an ein oder mehrere ERP-Systeme, die benötigte Cloud-Infrastruktur sowie der laufende Betrieb und die Weiterentwicklung der Lösung. Welche Kosten im Einzelfall entstehen, hängt unter anderem von der gewählten Architektur, dem Individualisierungsgrad, den angebundenen Backend-Systemen sowie den eingesetzten Integrations- und Hosting-Komponenten ab.

Bei Sana Commerce ergibt sich aufgrund des ERP-fokussierten Ansatzes eine andere Kostenstruktur. Die Plattform ist speziell für die tiefe Integration mit SAP- und Microsoft-Dynamics-ERP-Systemen ausgelegt; eine Standard-Storefront sowie vorkonfigurierte ERP-Konnektoren für die unterstützten ERP-Systeme sind Bestandteil der Lösung. Dadurch ergeben sich andere Anforderungen an die ERP-Integration und den Aufbau des Frontends. Die Lizenz- und Betriebskosten orientieren sich im Enterprise-Umfeld am jeweiligen Funktionsumfang und den vereinbarten Service-Leveln. Welche Gesamtkosten letztlich entstehen, hängt jedoch, wie bei jeder E‑Commerce-Plattform, von Faktoren wie Projektumfang, gewünschtem Anpassungsgrad, zusätzlichen Integrationen (z. B. PIM, CRM, Middleware) und langfristigen funktionalen sowie betrieblichen Anforderungen ab.

Fazit: Welche Lösung passt zu welchem Unternehmen?

Beide Plattformen sind ausgereift. Beide haben echte Stärken. Und beide sind für grundlegend verschiedene Unternehmensprofile entwickelt. Die Entscheidung hängt nicht davon ab, welche Plattform technisch beeindruckender ist, sondern welche Architektur zum eigenen Vertriebsmodell passt.

Für Hersteller und Händler in der DACH-Region, die SAP oder Microsoft Dynamics einsetzen, kundenindividuelle Preise verwalten und ihre Vertriebsprozesse digitalisieren möchten, gibt es keine universell richtige Plattformentscheidung. Entscheidend ist vielmehr, welche Anforderungen das Unternehmen an Flexibilität, Integrationsarchitektur, Implementierungsaufwand und langfristigen Betrieb stellt.

Composable-Commerce-Plattformen wie commercetools bieten ein hohes Maß an Flexibilität und Individualisierung und werden häufig für Unternehmen mit komplexen oder hochgradig individuellen Anforderungen eingesetzt. ERP-integrierte Plattformen verfolgen einen anderen Architekturansatz, bei dem das ERP-System eine zentrale Rolle für die Bereitstellung von Geschäftsdaten und Prozessen im E-Commerce einnimmt.

Letztlich hängt die richtige Entscheidung davon ab, welche Ziele Ihr Unternehmen verfolgt, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und welche Rolle E-Commerce langfristig in Ihrer IT-Landschaft sowie Vertriebsstrategie einnehmen soll.

Unabhängig vom gewählten Ansatz gilt: Der Erfolg eines B2B-Webshops hängt maßgeblich von einer konsistenten Datenbasis, zuverlässigen Geschäftsprozessen und einer benutzerfreundlichen Customer Experience ab. Nur wenn Käufer auf aktuelle und korrekte Informationen vertrauen können, wird der digitale Vertriebskanal dauerhaft angenommen.

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Häufig gestellte 
Fragen

Sana Manufacturing

Keine der beiden Plattformen ist universell besser, sie sind für unterschiedliche Unternehmensprofile gebaut.commercetools ist die stärkere Wahl für große Unternehmen mit internen Entwicklungskapazitäten und komplexen Multi-Brand-oder Multi-Channel-Anforderungen. Sana Commerce ist die stärkere Wahl für mittelständische B2B-Hersteller, Händler und Distributoren, die SAP oder Microsoft Dynamics betreiben und bei denen Preisgenauigkeit und ERP-Datentreue im Webshop die zentrale Anforderung sind. Die Entscheidung hängt vom Unternehmensprofil ab,  nicht von einer abstrakten technischen Überlegenheit.

Sana Commerce nutzt einen ERP-nativen Integrationsansatz, bei dem das ERP als zentrale Datenquelle fungiert. commercetools integriert ERP-Systeme über APIs und eine Integrationsarchitektur, über die Daten zwischen den Systemen ausgetauscht werden. Beide Ansätze sind technisch etabliert und können je nach Anforderungen unterschiedliche Vorteile bieten.

commercetools bietet ein individuelles Enterprise-Preismodell. Die Lizenzkosten werden projektbezogen kalkuliert und richten sich unter anderem nach dem Funktionsumfang und dem Bestellvolumen. Neben der Lizenz sollten Unternehmen auch Implementierungs-, Integrations-, Betriebs- und Wartungskosten in ihre Budgetplanung einbeziehen, um den Total Cost of Ownership realistisch zu bewerten.

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