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Top 6 B2B E-Commerce-Trends in 2020 und darüber hinaus

B2B E-Commerce, B2B E-Commerce Trends

Arno Ham Dezember 2, 2019

Mit dem Jahresende 2019 in Sicht ist es an der Zeit zu schauen, was das kommende Jahr bereithält. In diesem Blogbeitrag diskutieren Arno Ham, Chief Product Officer bei Sana Commerce, und sein Team die Top-Trends im B2B-E-Commerce für 2020 und danach. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, welche Richtung Sie mit Ihrem B2B-E-Commerce-Geschäft einschlagen sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ähnlich wie bei unseren Vorhersagen für 2018 und 2019 geht es bei den meisten B2B-E-Commerce-Trends für 2020 darum, das Kundenerlebnis und den Komfort zu verbessern. Einige Themen werden Jahr für Jahr wieder diskutiert, da Technologie immer intelligenter wird und sich bisherige Trends 2020 dadurch noch weiter entwickeln.

Und wieder einmal sind viele der E-Commerce-Trends, die jetzt im B2B-Bereich auftauchen, im B2C schon weit verbreitet – allerdings nicht immer aus den gleichen Gründen. Entdecken Sie unsere Top-Trends für 2020 sowie zukünftige E-Commerce-Trends.

Fällt Ihre B2B-E-Commerce-Plattform zurück und schafft es nicht, mit diesen Trends Schritt zu halten? Dann sollten Sie einen E-Commerce Shopsystem-Wechsel in Betracht ziehen.

1. Vollständig personalisierte Online-Shopping-Erfahrung ist auf dem Vormarsch

In der Sapio-Umfrage 2019 zum Wandel im B2B-Einkauf wird deutlich, dass Personalisierung bei vielen B2B-Kunden schon jetzt oberste Priorität hat. E-Commerce-Funktionalitäten wie Predictive Ordering, Personalisierung und künstliche Intelligenz (KI) als Unterstützung bei Kaufentscheidungen finden sich schon in den Top 5 Prioritäten von bis zu 20 % der B2B-Kunden. Zusätzlich ließen sich 19 % der B2B-Käufer von einem Anbieter überzeugen, wenn dieser ein personalisiertes Online-Kauferlebnis bieten kann.

Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, werden Personalisierung und Vorhersageanalyse (Predictive Analytics) 2020 noch intelligenter. E-Commerce-Websites sind dann in der Lage, durch Kombinieren von Browsing-Verhalten, Bestellhistorie, Demographien und anderen verfügbaren Daten ein vollständig angepasstes Online-Shopping-Erlebnis zu bieten.

Benutzer sehen angepasste Produktkataloge und selbst komplett personalisierte Websites, Navigation und Checkout-Verfahren – alles auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten.

So entsteht nicht nur ein Mehrwert und Komfort für Kunden, sondern es werden auch Konversionsraten und durchschnittliche Auftragswerte für Lieferanten optimiert.

Um ein solches maßgeschneidertes Erlebnis zu bieten, müssen Unternehmen ihre Webshops mit relevanten Datenpunkten, wie ihren ERP-Systemen, verbinden. Je mehr Datenpunkte verfügbar und verbunden sind, desto genauer – und damit effektiver – werden Online-Shopping-Vorhersagen und damit auch die Personalisierung.

2. Erste Schritte im B2B Voice Commerce

Da im B2C-Bereich Sprachassistenz und damit auch Voice Commerce vermehrt angewendet werden, sollte dem ab 2020 auch im B2B-E-Commerce die Nachfrage nach Voice Commerce folgen. 2019 gehörte Voice Ordering bereits bei 14 % der B2B-Kunden zu den Top 5 Prioritäten bei der B2B-Kauferfahrung.

B2B-Aufträge sind im Vergleich zu B2C meist komplexer, doch sie wiederholen sich auch häufiger. Dies bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Voice Ordering im B2B.

Einerseits benötigen Käufer oft visuelle Darstellungen und detaillierte Beschreibungen, um sich an neue Produkte heranzutasten. Andererseits eignet sich Voice Commerce sehr gut für Wiederholungsaufträge, da bei diesen keine visuellen Hilfsmittel und langen Beschreibungen mehr nötig sind. Stammkunden können Aufträge so schnell und einfach durchgeben und haben die Hände frei für andere Aufgaben.

Erfahren Sie in folgendem Video mehr über Voice Commerce, die Herausforderungen, Chancen und wie Sie sich auf diesen Trend vorbereiten:

Mehr Videos wie dieses finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Auch wenn dieser Trend noch in den Kinderschuhen steckt, können Sie Ihr Unternehmen schon 2020 mit verschiedenen Schritten darauf vorbereiten. Ähnlich wie bei Personalisierung ist der Schlüssel zu erfolgreichem Voice Commerce eine Commerce-Lösung, die vollständig mit Ihrem ERP integriert ist. Im ERP sind all Ihre Kundendaten gespeichert, einschließlich der Auftragshistorie für die wichtigsten Nachbestellungen. Durch die Integration beider Systeme kann Ihre E-Commerce-Lösung diese Daten nutzen, und Voice Commerce zu unterstützen.

3. B2B-Online-Marktplätze finden eine Nische

Online-Marktplätze werden für B2B-Verkäufer und Kunden auch 2020 weiter attraktiv sein. Wie die Sapio-Umfrage 2019 zum Wandel im B2B-Einkauf zeigt, nutzen nur 6 % der B2B-Käufer aktuell keinen Online-Marktplatz. Doch es beginnt sich abzuzeichnen, dass dieser E-Commerce-Trend eine neue Wendung nimmt.

Online-Marktplätze bieten Verkäufern sowohl Vorteile als auch Nachteile. Für neue B2B-Verkäufer können sie eine geeignete Wahl sein, da hierbei weder Vorabinvestitionen noch viel Marketing erforderlich sind, um in einem neuen Markt zu wachsen. Doch sobald der Umsatz steigt, beginnen die Transaktionsgebühren an den Gewinnmargen zu nagen.

Für uns liegt der größte Nachteil von Online-Marktplätzen aber darin, dass Kundenkontakt und Kundendaten beim Marktplatz bleiben. Das heißt, dass Verkäufer, Hersteller und Markeninhaber im Zeitalter von Personalisierung und optimaler Kundenerfahrung die Chance verpassen, mit Kunden zu kommunizieren und sie kennenzulernen.

Ein untergeordneter Trend, den wir infolgedessen beobachten, sind spezialisierte Nischenmärkte. Anders als Shopping-Plattformen wie Amazon, wo selbst die Suche nach spezifischen Produkten tausende Treffer liefert, bieten Nischenplattformen ein individuelleres Erlebnis und einfachere Customer Journeys. Im Gesundheitswesen haben wir Nischenmärkte bereits entstehen sehen und wir erwarten, dass dieser E-Commerce-Trend 2020 weiter wächst.

4. AR und VR bieten funktionale Möglichkeiten im B2B-Bereich

Im B2C sind AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) ein wachsender Trend, bei dem es hauptsächlich um die Bereitstellung inspirierender und immersiver Kundenerfahrung geht. Im B2B ist diese Art von Erfahrung weniger relevant.

Wenn B2B-Kunden online einkaufen, sollte die Erfahrung unkompliziert, schnell und genau sein.

Damit eröffnet sich für AR- und VR-Technologie im B2B die große Chance, eine funktionale Rolle einzunehmen: Kunden können Produkte virtuell testen und finden schneller und einfacher das passende Produkt. Besonders praktisch ist dies beim Kauf von Ersatzteilen und Sonderanfertigungen.

5. B2B E-Commerce wird umweltbewusst

Wir sehen bereits, dass B2C E-Commerce-Unternehmen einen Schritt in Richtung einer reduzierten Umweltbelastung machen. Dazu gehört auch, ihren Kunden die Auswirkungen bestimmter Maßnahmen zu erklären. So geben einige Webshops an, dass enge Lieferzeitfenster CO2-intensiver sind als flexiblere Lieferzeiten. Damit können Kunden ihre Umweltbelastung verringern und für das Unternehmen gleichzeitig die Effizienz im Lieferprozess verbessern.

Im B2C ist das bislang die Ausnahme, und wir erwarten auch nicht, dass es große Auswirkungen auf die B2B E-Commerce-Trends 2020 geben wird. Doch da weltweit Menschen aus allen Bevölkerungsschichten immer bewusster mit Umweltfragen zu Hause und am Arbeitsplatz umgehen, werden Darstellung und Angebot nachhaltiger Optionen im Webshop B2B-Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Und nicht nur das, Unternehmen müssen sich häufig auch bezüglich ihrer Emissionen und anderer Umweltbelastungen verantworten. Die Optimierung ihrer Lieferkette und anderer E-Commerce-Prozesse ist vielleicht der Schlüssel, um solche Ziele zu erreichen. Dabei können E-Commerce-Software und die richtigen Systemintegrationen eine wesentliche Rolle spielen, nicht nur um die Umweltbelastung zu reduzieren, sondern auch um die Effizienz und Kosteneffizienz von Bestell- und Abwicklungsprozessen zu erhöhen.

6. Basis für Progressive Web Apps (PWAs) wächst

PWAs (progressive Webanwendungen oder Apps) sind zwar nicht neu, doch noch immer ist die Erwartung klein, dass sie 2020 zu einem relevanten B2B E-Commerce-Trend werden. Anders als normale Mobil-Apps, die speziell für Android, IOS usw. entwickelt wurden, werden PWAs über das Internet bereitgestellt und sind so konzipiert, dass sie für alle Mobilfunkanbieter geeignet sind.

Die ersten Schritte hin zur PWA sind bereits sichtbar, wobei Unterstützung für PWAs erst im vergangenen Jahr von Apple kam. 2020 wird auch zu sehen sein, dass E-Commerce-Softwareentwickler die Grundlagen für PWAs schaffen, indem sie Single-Page-Anwendungen (SPAs) liefern. Damit wird es bereits möglich, dass E-Commerce-Websites nur die Informationen laden, die für den Benutzer erforderlich sind, anstatt komplett neue Seiten von einem Server.

Aufgrund der Verwirrung bezüglich der Definition von PWAs wird der Begriff 2020 möglicherweise von Software-Unternehmen und Trendsettern zu hören sein. Doch ohne Offline-Funktionalität werden PWAs vorerst einfach SPAs bleiben.

B2B E-Commerce Trends 2019 und 2018

Neugierig, welche E-Commerce-Vorhersagen in der Vergangenheit gemacht wurden? Hier eine kurze Zusammenfassung der B2B-E-Commerce-Trends, die wir 2019 und 2018 diskutiert haben:

  • Digital-first-Commerce für Millennials, die die Mehrheit der B2B-Kaufentscheidungen treffen
  • Der Aufstieg der Sprachsuche (Voice Search)
  • Blitzschnelle Umsetzung dank automatisierter Auftragsmanagementsysteme
  • Das Wachstum von B2B-Online-Marktplätzen
  • Fokus auf Konversionsoptimierung
  • Der Übergang zu Headless Commerce

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