Voice Commerce

Sprachtechnologie und Sprachassistenten sind keine neuen Erfindungen, doch Voice Commerce ist noch relativ jung.

Voice Commerce Definition:

Voice Commerce, auch Sprachassistenten Marketing genannt, ist eine Technologie, die Endanwendern hilft, von Hardware unabhängiger zu werden, indem Produkte online einfach per Sprachbefehl gesucht und gekauft werden können.

Was ist Voice Commerce?

Voice Commerce nutzt Spracherkennungstechnologie, um die Abhängigkeit der Endanwender von Hardware (wie Maus und Tastatur) zu verringern, indem sie Sprachbefehle verwendet, um Produkte online zu suchen und zu kaufen. Für den Einsatz von Voice Commerce benötigen Anwender lediglich ein sprachgesteuertes Gerät und einen Sprachassistenten.

Seit wann gibt es Voice Commerce?

Die Technologie der Spracherkennung geht bis ins Jahr 1961 zurück, als der IBM-Ingenieur William C. Dersch das weltweit erste Spracherkennungssystem namens „Shoebox“ entwickelte. Dieses System erkannte 16 gesprochene Wörter, wurde aber damals nur zum Lösen von Rechenaufgaben verwendet. Nichtsdestotrotz war dies der erste Schritt in die Welt der Sprachtechnologie. Seit 2011 ist Sprachassistentin Siri auf dem iPhone verfügbar, und 2012 brachte Android seinen eigenen Sprachassistenten auf den Markt.

Auch wenn Sprachtechnologie und Sprachassistenten keine neuen Erfindungen sind, ist Voice Commerce noch relativ jung. Verbraucher haben gerade erst damit begonnen, regelmäßig Sprachbefehle für die Suche und den Online-Einkauf zu nutzen, und manch einer zögert noch, die Möglichkeiten der Freisprechfunktion des E-Commerce zu testen.

In den letzten 5 Jahren ist das Angebot an sprachgesteuerten Geräten wie Amazon Echo und Google Home enorm gewachsen, was zu einem parallelen Anstieg der Verbraucher geführt hat, die Voice Commerce nutzen. Und da immer mehr sprachgesteuerte Geräte auf den Markt kommen, wird sich dieser Trend sicherlich noch verstärken.

Wie funktioniert Voice Commerce?

Voice Commerce soll einfach sein, und das ist er auch. Alles, was ein Nutzer braucht, ist seine Stimme und die nötige Technologie. Und so geht´s:

1. Sie benötigen ein Gerät mit Sprachassistenz, also ein Smartphone oder ähnliche sprachaktivierte Geräte (wie Amazon Echo oder Google Home).

2. Sprechen Sie einen Befehl, um das Gerät zu aktivieren, wie „Hey, Siri“.

3. Nennen Sie ein Triggerwort (in der Regel ein Verb oder eine Handlung). Im Befehl: „Siri, bestelle Produkt XYZ“, ist „bestelle“ zum Beispiel das Triggerwort.

4. Achten Sie auf Ihre Aussprache und Intonation. Denn das Gerät reagiert nur auf das, was es als Ihre Stimme erkannt und gespeichert hat, und wird eine Bestellung durch eine scheinbar „unbekannte“ Stimme verhindern.

Was sind die Vorteile von Voice Commerce?

Sprachgesteuerte Geräte werden für verschiedene Zwecke verwendet, unter anderem zum Musikhören, um online nach Informationen im Internet zu suchen und für alltägliche Aktivitäten wie online Mahlzeiten bestellen und Online-Shopping. Da der digitale Handel eine große Chance für die Sprachtechnologie darstellt, profitieren viele Unternehmen bereits von den Vorteilen von Voice Commerce, um ihre Customer Experience zu verbessern. Die wichtigsten Vorteile sind:

Bequemlichkeit

Der größte Pluspunkt von Voice Commerce ist die einfache Nutzung. Es bedarf lediglich eines Gerätes mit Sprachassistenz und der eigenen Stimme. Voice Commerce ermöglicht es Verbrauchern beim Kochen, Multitasking oder sogar beim Autofahren einzukaufen. Online-Shopping war noch nie so einfach wie mit Sprachsteuerung und Voice Commerce.

24/7-Verfügbarkeit

Mit Voice Commerce sind Verbraucher – wie mit jedem Webshop – rund um die Uhr in der Lage einzukaufen. Dank Voice-Technologie gelingt der Einkauf jedoch viel schneller und einfacher, ganz ohne langwierigen Such- und Kaufprozess.

Schnelligkeit des Einkaufens

Bei Voice Commerce entfällt für Kunden das Einloggen in den Webshop und die Eingabe persönlicher Daten. Das spart wertvolle Zeit und maximiert den Komfort.

Personalisierung des Kauferlebnisses

Da Voice Commerce so einfach ist, sind Menschen geneigt, mehr mit ihren Geräten zu interagieren. Die Geräte erfahren so mehr über ihre Besitzer und nutzen die Daten, um das Online-Erlebnis zu personalisieren. Unternehmen, die Informationen zum Verbraucherverhalten, Vorlieben und historische Daten sammeln, können starke Produkt- und Marketingstrategien entwickeln, um Wettbewerber zu schlagen und gleichzeitig Kunden bei jedem Einkauf zu begeistern.

Was sind die aktuellen Herausforderungen von Voice Commerce?

Sprachbarrieren

Jede menschliche Stimme ist einzigartig, und Computer können Schwierigkeiten haben, Akzente und Intonationen zu verstehen und zu interpretieren. Um diese Herausforderung zu bewältigen, müssen Entwickler die Sprachfunktionen ständig verbessern. Gegenwärtig ist Englisch die am weitesten entwickelte und am genauesten erkannte Sprache in der Voice-Technologie. Doch Amazon vertreibt seine Echo-Geräte in mehr als 80 Länder. Die Sprachentwicklung muss also verbessert werden, um mit der Nachfrage Schritt halten zu können.

Interaktion „menschlicher“ machen

Abgesehen von den Sprachbarrieren stehen Voice-Programme zudem vor der Herausforderung, die Interaktion mit Sprachassistenten intuitiver und natürlicher zu gestalten, eben wie mit einem Menschen. Die Lösung dieses Problems könnte das Vertrauen der Verbraucher in die Voice-Technologie stärken und weltweit zu einer vermehrten Nutzung führen.

Mangelndes Wissen

Es wird nicht genug über die Fähigkeiten von Sprachassistenten informiert. Viele Verbraucher kaufen oder verwenden keinen Sprachassistenten, weil sie das Gefühl haben, nichts oder nicht genug über deren Möglichkeiten und Nutzung, aber auch über potentielle Risiken der Nutzung zu wissen.

Mangelndes Vertrauen

Verbraucher nutzen Voice Commerce oft nur für Wiederholungskäufe von Artikeln, die sie schon einmal gekauft haben. Derzeit werden mit Sprachassistenten kleine und preiswerte Produkte geshoppt, da das Vertrauen in die Technologie im Hinblick auf größere oder komplexere Aufträge fehlt.

Datenschutzrechtliche Bedenken

Weltweit kommen immer mehr Regelungen zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten, wie die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU. Das Thema Datenschutz wird dadurch präsenter, und immer mehr Verbraucher werden sich der Notwendigkeit bewusst, ihre Online-Daten zu schützen.

Verbraucher, egal ob B2C oder B2B, wünschen sich Privatsphäre in ihrem privaten Umfeld und im Internet. Wenn Unternehmen die Akzeptanz von Voice Commerce steigern wollen, muss eine Lösung her, mit der nur solche Informationen gespeichert werden, die ausschließlich für den Kauf und die Sicherheit der Daten benötigt werden. Es liegt in der Verantwortung der B2C- und B2B-Unternehmen, Verbraucher angemessen zu informieren und über die Sicherheit von sprachgesteuerten Geräten aufzuklären.

Wie sieht die Zukunft von Voice Commerce aus?

Voice Commerce hat das Zeug, zum Game-Changer für B2B und B2C E-Commerce zu werden, wenn die Herausforderungen hinsichtlich der Akzeptanz erst einmal überwunden sind. Google zufolge werden bereits 20 Prozent aller Suchen per Sprachbefehl durchgeführt. Gegenwärtig nutzen bereits 42,7 Prozent der US-Bevölkerung Voice-Technologie. Econsultancy hat prognostiziert, dass bis 2020 die Hälfte aller Online-Suchen auf Voice Commerce zurückzuführen sein würden. Die Erwartung ist, dass es sogar Teil der Shopping-Erfahrung im stationären Handel wird: Wir suchen online und im Geschäft nach Produkten, als würden wir mit einem Verkäufer interagieren.

Die Chance für B2B-Unternehmen

Für B2B-Unternehmen ist Voice-Commerce eine große Chance, nicht nur um die Prozesse in Lagern und Büros zu optimieren, sondern sich auch um sich von der Konkurrenz abzuheben. B2B-Unternehmen sind Vorreiter bei der Einführung neuer Technologien wie Voice Commerce und damit in der Lage, B2B-Kunden eine einprägsame, einfache und innovative Online-Erfahrung zu bieten.

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